Kinderreichtum - Luxusprojekt Kind?
 
 

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Kinderreichtum - Luxusprojekt Kind? PDF Drucken E-Mail

Lauter kleine Prinzen und Prinzessinnen: Eltern in Deutschland investieren durchschnittlich 131'256 Euro in ein Kind, in der Schweiz sind es sogar 200'000 Franken.

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Für das Kind nur das Beste. Einen Kinderwagen für 2000 Franken, professionelle Babymassagen für das Kleine – und bitte nur Seiden-Bodys an die empfindliche Haut.

Noch nie haben Eltern so viel Geld für ihren Nachwuchs ausgegeben wie heute. Von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr investieren Eltern in Deutschland durchschnittlich 131'256 Euro in ein Kind. Den Betrag haben Journalisten der deutschen Zeitschrift «Stern» anhand von Statistiken errechnet. «Das sind monatlich gut 600 Euro für Wohnen, Essen, Heizen, aber auch Klassenfahrt, Handy und Führerschein», schreiben die Autoren. «Und natürlich für Babyschwimmen, musikalische Früherziehung und Nachhilfelehrer.»

Was Kinder heute kosten – und was sie wirklich brauchen», heisst die aktuelle Titelgeschichte des «Stern» (Heft_45_2014_300"Lieb und teuer"). Es ist vom Kind als Statusobjekt die Rede. Vom Luxusprojekt Kind. Denn die normale Familie mit Einzelkind verwendet gut ein Fünftel ihrer Gesamtausgaben für den kleinen Prinzen oder die Prinzessin. Die wohlhabendsten zehn Prozent der Familien geben im Durchschnitt monatlich gar 900 Euro im Monat für ihr «Luxusprojekt» aus.

In der Schweiz kostet ein Kind im Durchschnitt pro Monat umgerechnet 942 Franken, wie das Bundesamt für Statistik berechnet hat. Hochgerechnet bis zum 18. Lebensjahr ergibt das mehr als 200'000 Franken. Allein die Kinderbetreuung kostet hierzulande viel mehr als im Nachbarland: Gibt in Deutschland eine Familie im Schnitt 37 Euro pro Monat für externe Betreuung aus, kostet in der Schweiz ein einzelner Tag Krippenbetreuung im Durchschnitt 110 Franken. Geht das Kind zweimal die Woche in die Krippe, sind das 880 Franken monatlich. Für ein Kind. Geschwisterchen nicht mitgerechnet.

Doch die eigentlich spannende Frage lautet: Was alles braucht ein Kind? Wie viel Materielles benötigt es? Wie sehr hängt eine gute Kindheit vom Geld ab? Braucht das Kind ein teures Handy, den Musikunterricht, die private Nachhilfe? Im Artikel antworten Politikwissenschaftler, Kinderpsychologen, Soziologen und Ökonomen darauf, die alle auch Eltern sind.

Besonders die folgenden Aussagen dazu sind interessant – und wie ich finde mehr als nur einen Gedanken wert:
«Kinder brauchen authentische Beziehungen. So gestärkt, können sie sich an Widerständen messen und die Welt erforschen», sagt Herbert Renz-Polster, Kinderpsychologe und Vater von vier Kindern. Aber heute wimmle es allerorten von kleinen Einsteins und Schlaumäusen – «und vielleicht werden wir uns einmal fragen, wo denn eigentlich die Kinder geblieben sind».
«Geld ist nicht entscheidend für eine gute Kindheit. Viel wichtiger ist Geborgenheit in der Familie», sagt Christian Alt, Soziologe am Deutschen Jugendinstitut München. «Doch ab dem zehnten Lebensjahr wird der Druck auf Eltern immer grösser, ein Smartphone zu kaufen. Wenn sie es nicht tun, droht der Ausschluss.» Die Kinder würden deswegen möglicherweise Freunde verlieren.

 

Mathias Albert, Politikwissenschaftler und einer der Autoren der Shell-Jugendstudie: Kinder und Jugendliche benötigen unbedingt mehr Freiheit. «Freiheit von Ansprüchen, aber auch räumliche Freiheit. Sie brauchen Rückzugsmöglichkeiten aus der Welt der Erwachsenen. Doch die elternfreien Zonen werden immer kleiner.» Auch deshalb würden sich Kinder in die sozialen Netzwerke im Internet zurückziehen. «Da sind sie endlich ungestört.»

 

http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/40181/luxusprojekt-kind/

Quelle: Tagesanzeiger / mamablog / Gabriela Braun am Dienstag den 4. November 2014