28. Schweizerischer Familientag im Verkershaus der Schweiz 2026 – Impressionen
Samstag, 29.August 2026
Fröhliche Kinder, überraschende Begegnungen, Musik, ein reich gedeckter Frühstückstisch und natürlich Flugzeuge, Lokomotiven und Autos: Der Familientag 2026 der IGFamilie3plus und der Arbeitsgruppe Jugend und Familie brachte am Samstag mehr als 400 Mütter, Väter und Kinder aus der ganzen Schweiz im Verkehrshaus Luzern zusammen. Ein Tag als Dankeschön an Familien, die sich Tag für Tag mit viel Zeit und Herz für ihre Kinder einsetzen.
Für manche begann der Familientag schon ziemlich früh. Wer aus der Ostschweiz oder aus dem Baselbiet nach Luzern reiste – und das mit drei, vier, sechs oder noch mehr Kindern –, hatte bereits ein ordentliches Stück Familienlogistik hinter sich, bevor er überhaupt im Verkehrshaus ankam.
Dort wartete dafür eine schöne Belohnung: Im Restaurant Metcato war ein grosses, reichhaltiges Frühstücksbuffet vorbereitet. Über 400 hungrige Gäste gleichzeitig zu verköstigen, ist allerdings auch für ein eingespieltes Restaurantteam eine Herausforderung. So war da und dort etwas Geduld gefragt. Aber wenn jemand Geduld gewohnt ist, dann wohl Mütter und Väter kinderreicher Familien. Wer morgens mehrere Kinder gleichzeitig aus dem Haus bringt, lässt sich von einer Warteschlange am Frühstücksbuffet nicht so schnell aus der Ruhe bringen.
Bald füllte sich der Raum mit Gesprächen und Gelächter. Neue Bekanntschaften wurden geschlossen, andere Begegnungen waren völlig überraschend: «Was, ihr habt inzwischen auch drei Kinder?» Alte Bekannte trafen sich wieder, die sich jahrelang nicht mehr gesehen hatten – und stellten plötzlich fest, dass sie inzwischen etwas Entscheidendes gemeinsam hatten: Sie waren kinderreich geworden.
Wobei sich natürlich gleich die nächste Frage stellte: Ab wann ist man eigentlich kinderreich?
Drei Kinder? Vier? Oder braucht es dazu doch etwas mehr? Anschauungsmaterial gab es jedenfalls reichlich. Zahlreiche Familien waren mit drei Kindern angereist, andere mit vier, fünf, sechs oder noch mehr. Eine Familie aus dem Thurgau brachte es sogar auf stolze elf Kinder. Da verstummte die Diskussion über die Definition von «kinderreich» dann doch für einen Moment.
Eine Stimme für die Familien
Einen besonderen Akzent setzte Nationalrätin und vierfache Mutter Monika Rüegger mit ihrer herzlichen Ansprache. Sie sprach als Politikerin, vor allem aber auch als Mutter zu den anwesenden Familien.
Dabei erinnerte sie im Zusammenhang mit der Abstimmung von Ende September an die Bedeutung der schweizerischen Neutralität. Die Schweiz müsse neutral bleiben – auch damit sie Menschen, die ihre Heimat verloren haben, Schutz und eine neue Heimat bieten könne. In Anlehnung an Bruder Klaus erinnerte sie daran, dass sich die Schweiz nicht in fremde Händel einmischen solle. Unsere Söhne und Männer sollen nicht auf fremden Schlachtfeldern geopfert werden.
Ihre Worte fanden bei vielen Zuhörerinnen und Zuhörern Zustimmung. Gleichzeitig wurde an diesem Tag deutlich, wie wichtig es für Familien ist, im politischen Bern überhaupt eine Stimme zu haben. Neben Kindererziehung, Beruf, Haushalt und all den täglichen Verpflichtungen bleibt gerade Eltern mehrerer Kinder kaum Zeit, zusätzlich politische oder öffentliche Ämter zu übernehmen.
Umso dankbarer sind viele für Politikerinnen wie Monika Rüegger, die selbst weiss, was Familienalltag bedeutet, und die Anliegen der Familien ins Parlament trägt – auch wenn sich dafür leider nicht immer Mehrheiten finden lassen. Denn, wie an diesem Tag augenzwinkernd festgestellt wurde: Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist nun einmal nicht kinderreich.
Elf Kinder, Homeschooling und ein Neuanfang in Virginia
Wie unterschiedlich Familienleben aussehen kann, zeigte sich besonders in den vielen persönlichen Gesprächen.
Da war beispielsweise die Familie aus dem Raum Luzern mit neun Kindern, die vor einem grossen Schritt steht: Sie wird demnächst nach Virginia in die USA auswandern, wo die Grosseltern mütterlicherseits leben. Ein Abschied, ein Abenteuer und ein vollständiger Neuanfang zugleich.
Oder die Familie aus dem Aargau mit sechs Kindern. Alle sechs werden seit klein auf von ihren Eltern selbst unterrichtet. Im Kanton Aargau ist dies glücklicherweise noch mit weniger Vorschriften verbunden als in manchen anderen Kantonen. Natürlich gab es dazu sofort Fragen und einen regen Erfahrungsaustausch: Wie organisiert man den Alltag? Wie schafft man Unterricht, Haushalt, Arbeit und Familienleben? Und bleibt irgendwann eigentlich noch Zeit für sich selbst?
Überhaupt waren es gerade diese Gespräche, die den Familientag besonders machten. Man musste niemandem lange erklären, weshalb das Familienbudget mit mehreren Kindern anders aussieht als bei einem Paar mit einem oder keinem Kind. Ebenso wenig musste erklärt werden, weshalb Zeit oft wertvoller ist als Geld.
Viele dieser Mütter und Väter verzichten ganz selbstverständlich auf manches, was für andere zum normalen Lebensstandard gehört. Ihr Einkommen fliesst zu einem grossen Teil in ihre Kinder, ihre Zeit in Betreuung, Begleitung und Erziehung. Genau deshalb soll der Familientag auch ein Zeichen sein: Wir sehen, was ihr leistet. Und wir schätzen es.
Lüpfige Musik und ein ziemlich grosses Familienfoto
Dass bei so viel Grundsätzlichem die Fröhlichkeit nicht zu kurz kam, dafür sorgte unter anderem die Familie Füchslin aus Goldau. Mit zahlreichen Instrumenten, Gesang und lüpfiger volkstümlicher Musik brachte sie beste Stimmung in die grosse Runde. Kinder hörten zu, Erwachsene sangen mit oder wippten im Takt – und spätestens da war endgültig klar: Dies sollte kein politischer Kongress sein, sondern ein Fest für die Familien.
Ein Höhepunkt durfte natürlich nicht fehlen: das grosse gemeinsame Familienfoto.
Mehr als 400 Mütter, Väter und Kinder wurden auf der langen Treppe aufgereiht. Kleine nach vorne, Grosse nach hinten, noch ein bisschen zusammenrücken, hier fehlt noch jemand, dort schaut ein Kind gerade in die falsche Richtung – ein Familienfoto mit über 400 Personen hat seine eigenen Gesetze.
Aber schliesslich standen sie da: eine eindrückliche Gemeinschaft von Familien aus den verschiedensten Gegenden der Schweiz.
Ein besonders grosser Dank galt den Gönnerinnen und Gönnern der Arbeitsgruppe Jugend und Familie. Nur dank ihrer Unterstützung ist es möglich, einen solchen Anlass Jahr für Jahr durchzuführen. Der Familientag soll nicht zuletzt eine Anerkennung und Ermutigung für jene Eltern sein, die sich bewusst für Kinder entschieden haben und dafür manches zurückstellen.
Doch bei allem Dank an Organisatoren, Helfer und Gönner war für viele Anwesende klar, wem der grösste Dank gebührt: Er geht nach oben.
Was die Familien der IGFamilie3plus bei aller Unterschiedlichkeit verbindet, ist auch die Überzeugung, dass ihre Kinder nicht einfach Zufall sind. Sie betrachten sie als Geschenk Gottes – jedes einzelne mit seiner eigenen Persönlichkeit, seinen Begabungen, seinen Herausforderungen und seiner ganz eigenen Geschichte. Dieser gemeinsame christliche Grundgedanke ist ein wichtiger Teil des Zusammenhalts innerhalb der IGFamilie3plus.
Und dann?
Dann war irgendwann genug geredet, musiziert und fotografiert.
Schliesslich waren da noch einige hundert Kinder, die sehr genau wussten, weshalb sie eigentlich nach Luzern gekommen waren.
Das Verkehrshaus wartete!
